Fachwissen · Wiesentypen
Die 19 Wiesentypen Deutschlands — fachlich klassifiziert & FFH-konform
Glatthaferwiese, Magere Flachland-Mähwiese, Pfeifengraswiese, Borstgrasrasen, Salzwiese — Deutschlands Wiesen sind in 19 fachliche Subtypen gegliedert. 11 davon sind FFH-Lebensraumtypen nach EU-Recht. Diese Übersicht zeigt für jeden Typ den Standort, charakteristische Arten, das Pflegeregime und die LV-relevanten Aspekte für Vergaben naturschutzfachlicher Pflegeprojekte.
19
Wiesentypen
11
FFH-Lebensraumtypen
5
Hauptkategorien
16
Bundesländer (alle abgedeckt)
Grünland-Wiesen (5)
Klassische Frischwiesen des Tief- und Berglands — produktive bis extensive Standorte, oft mit FFH-Schutz für die artenreichen Magerwiesen.
Glatthaferwiese
Typische artenreiche Frischwiese des Flach- und Hügellands, traditionell 1–2 Schnitte pro Jahr.
Magere Flachland-Mähwiese
FFH 6510Naturschutzfachlich besonders wertvolle, extensiv genutzte Frisch- bis Magerwiese im Flachland (FFH-LRT 6510).
Berg-Mähwiese
FFH 6520Artenreiche Heuwiese des höheren Berglands und der Alpen (FFH-LRT 6520).
Goldhaferwiese
Bergwiesentyp auf frischen bis mäßig nährstoffreichen Standorten.
Bärwurz-Goldhaferwiese
Artenreiche, extensiv genutzte Bergwiese auf mageren Standorten.
Feuchtwiesen (6)
Wiesen feuchter, oft auwertypischer oder grundwasserbeeinflusster Standorte — Lebensraum für seltene Pflanzen, Schmetterlinge und Wiesenbrüter.
Wiesenknopf-Silgenwiese
FFH 6440Frische bis feuchte, artenreiche Wiese mit Großem Wiesenknopf — Lebensraum bedrohter Bläulinge.
Sumpfdotterblumenwiese
Feuchte bis nasse Wiese mit typischer Frühjahrsblühaspektbildung.
Kohldistelwiese
Feuchtwiesentyp nährstoffreicherer, oft grundwasserbeeinflusster Standorte.
Pfeifengraswiese
FFH 6410Wechselfeuchte bis feuchte, oft spät gemähte Wiese auf kalkreichen, torfigen oder tonig-schluffigen Böden (FFH-LRT 6410).
Brenndolden-Auenwiese
FFH 6440Sehr wertvoller Stromtal- und Auenwiesentyp mit hoch spezialisierter Flora (FFH-LRT 6440).
Stromtalwiese
Überschwemmungsbeeinflusste Wiese großer Flussauen.
Magerrasen & Trockenrasen (6)
Nährstoffarme, oft basenreiche Standorte — die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas mit FFH-Schutz und Spezialarten wie Orchideen.
Salbei-Glatthaferwiese
Warme, eher trockene, magere Ausprägung der Glatthaferwiese.
Borstgrasrasen
FFH 6230Sehr magere, saure, artenreiche Grasländer, oft im Bergland oder auf armen Böden (FFH-LRT 6230).
Kalk-Halbtrockenrasen
FFH 6210Magere, trockene, kalkreiche Wiesen- oder Rasenstandorte mit hoher Artenzahl (FFH-LRT 6210).
Kalk-Trockenrasen
FFH 6210Noch trockenere, oft flachgründige und extrem nährstoffarme Kalkstandorte.
Sandtrockenrasen
FFH 6120Trockenrasen auf sandigen, nährstoffarmen Böden.
Steppenrasen / Subpannonisch
FFH 6240Wärme- und trockenheitsgeprägte Sonderstandorte, regional begrenzt (FFH-LRT 6240).
Streuobstwiesen (1)
Doppelnutzungs-Wiesen mit hochstämmigen Obstbäumen — Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten.
Sondertypen (1)
Spezielle Standorte wie Salzwiesen — eigene Pflegelogik und Schutzregime.
Häufige Fragen zu Wiesentypen
Was ist ein Wiesentyp, welche Bedeutung hat FFH-Schutz, wie hängen Standort und Pflege zusammen?
Was ist ein Wiesentyp?
Ein Wiesentyp ist eine fachliche Klassifikation einer Wiese auf Basis ihrer Pflanzengesellschaft, des Standorts (Boden, Feuchte, Nährstoffe) und der Bewirtschaftungsweise. In Deutschland sind 19 Wiesentypen fachlich etabliert, viele davon als FFH-Lebensraumtyp (LRT) nach EU-Recht geschützt.Was ist der Unterschied zwischen einer Glatthaferwiese und einer Magerwiese?
Die Glatthaferwiese ist nährstoffreicher und produktiver. Die Magere Flachland-Mähwiese (FFH-LRT 6510) ist eine besonders artenreiche, extensiv bewirtschaftete Variante mit hohem Naturschutzwert — sie verträgt keine Düngung und braucht zwingend die Abfuhr des Mahdguts.Was bedeutet FFH-LRT?
FFH-LRT steht für „Fauna-Flora-Habitat-Lebensraumtyp" — Lebensraumtypen nach Anhang I der EU-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie). Ihr Erhalt ist EU-rechtlich vorgeschrieben, in Natura-2000-Gebieten gilt ein Verschlechterungsverbot. 6 der 19 Wiesentypen sind FFH-Lebensraumtypen.Wie wähle ich den richtigen Wiesentyp für meine Fläche?
Über die Standortbedingungen (Boden, Feuchte, pH) und die typische Pflanzengesellschaft. Eine fachliche Bestimmung erfolgt am besten durch eine Vegetationsaufnahme — bei naturvergabe wählen Sie aus dem Dropdown den passenden Subtyp, der dann in das Leistungsverzeichnis und die Pflegehinweise einfließt.Welche Pflege brauchen FFH-Wiesen?
FFH-Wiesen brauchen eine Pflege, die ihren Erhaltungszustand sichert: meist 1-2-schürige Mahd ohne Düngung, mit Mahdgutabfuhr (Aushagerung), strikten Mahdterminen (oft frühestens nach dem 15. Juni) und teilweise Mosaikmahd. Konkrete Anforderungen ergeben sich aus den Erhaltungsplänen der jeweiligen Natura-2000-Gebiete.
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Mit naturvergabe wählen Sie pro Polygon den fachlich passenden Wiesentyp und das System generiert das Leistungsverzeichnis mit den richtigen Mahdterminen, Schnitthöhen und Pflegehinweisen. Vergabekonform, fachlich geprüft, sofort einsetzbar.