FeuchtwiesenFFH-LRT 6440feucht

Brenndolden-Auenwiese

Sehr wertvoller Stromtal- und Auenwiesentyp mit hoch spezialisierter Flora (FFH-LRT 6440).

Standort & Verbreitung

Boden
tiefgründige Auenlehm- und Tonböden, regelmäßig überflutet
Feuchte
wechselfeucht (Hochwasser im Frühjahr, sommerliche Austrocknung möglich)
Verbreitung
Stromtäler von Elbe, Donau, Oder, Rhein — sehr begrenzt, hauptsächlich Mittelelbe und Donauauen

Charakteristische Pflanzenarten

Folgende Arten sind typisch für die Brenndolden-Auenwiese und werden bei einer Vegetationsaufnahme häufig gefunden. Die Liste ist nicht abschließend, sondern zeigt die wichtigsten Charakterarten.

  • Brenndolde (Cnidium dubium)
  • Silge (Silaum silaus)
  • Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
  • Färber-Scharte (Serratula tinctoria)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)

Pflegeregime & LV-Bausteine

Mahdtermin
1. Schnitt nach 15. Juni, 2. Schnitt September (oder einschürig)
Frequenz
1-2× pro Jahr
Schnitthöhe
10-12 cm
Mahdgut
Heu, Mahdgut zwingend abfahren
Beweidung
Nachbeweidung mit Rindern traditionell und förderlich

Naturschutzwert

FFH-Lebensraumtyp 6440 — nach Anhang I FFH-Richtlinie geschützt, einer der am stärksten gefährdeten Wiesentypen Deutschlands. Hauptverlust durch Auenausbau und Drainage.

Ein Leistungsverzeichnis für die Brenndolden-Auenwiese erstellen

Naturvergabe übernimmt die richtigen Mahdtermine, Schnitthöhen und Pflegehinweise für die Brenndolden-Auenwiese automatisch in Ihr Leistungsverzeichnis — inkl. der oben genannten Vorgaben. Sie zeichnen die Fläche im Karten-Tool, wählen den Wiesentyp aus dem Dropdown und das System generiert die LV-Positionen.

Häufige Fragen zur Brenndolden-Auenwiese

Antworten auf die häufigsten fachlichen Fragen rund um Pflege, Schutz und Vergabe für Brenndolden-Auenwiese.

  • Was ist eine Brenndolden-Auenwiese?
    Eine sehr seltene Wiesenform der großen Stromtäler mit hoch spezialisierter Flora. Charakterart ist die Brenndolde — eine Doldenblütlerin, die nur auf regelmäßig überfluteten, tiefgründigen Auenböden gedeiht.
  • Warum sind Brenndolden-Auenwiesen so selten?
    Durch Drainage und Eindeichung der großen Flüsse wurden 90 % ihrer Standorte zerstört oder verändert. Erhaltene Bestände sind heute Hotspots der Auenartenvielfalt und FFH-Schutzgut.
  • Welche Pflege erhält die Brenndolden-Auenwiese?
    Späte 2-schürige Mahd ohne Düngung, kombiniert mit Nachbeweidung. Wichtig ist auch der Erhalt des natürlichen Hochwasserregimes — ohne Frühjahrsüberflutung verschwindet die typische Vegetation.