FeuchtwiesenFFH-LRT 6440feucht

Wiesenknopf-Silgenwiese

Frische bis feuchte, artenreiche Wiese mit Großem Wiesenknopf — Lebensraum bedrohter Bläulinge.

Standort & Verbreitung

Boden
wechselfeuchte, mineralreiche Auenböden
Feuchte
feucht bis wechselfeucht
Verbreitung
Stromtäler und Niederungen — Elbe, Donau, Rhein, Weser, Norddeutsches Tiefland

Charakteristische Pflanzenarten

Folgende Arten sind typisch für die Wiesenknopf-Silgenwiese und werden bei einer Vegetationsaufnahme häufig gefunden. Die Liste ist nicht abschließend, sondern zeigt die wichtigsten Charakterarten.

  • Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
  • Silge (Silaum silaus)
  • Färber-Scharte (Serratula tinctoria)
  • Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
  • Brenndolde (Cnidium dubium)

Pflegeregime & LV-Bausteine

Mahdtermin
1. Schnitt vor 15. Juni ODER nach 15. September (Wiesenknopf-Ameisenbläuling-Schutz)
Frequenz
2× pro Jahr — mit großer Mahdpause Mitte Juni bis Mitte September
Schnitthöhe
10-12 cm
Mahdgut
Heu, Mahdgut abfahren
Beweidung
Nicht als Hauptnutzung, Nachbeweidung möglich
Besonderes zu beachten
Mahd-Fenster zwingend einhalten — der Wiesenknopf-Ameisenbläuling (FFH-Anhang II + IV) ist auf den Großen Wiesenknopf als Wirtspflanze angewiesen

Naturschutzwert

Lebensraum bedrohter FFH-Schmetterlingsarten (Wiesenknopf-Ameisenbläuling Phengaris nausithous + teleius). Häufig Erhaltungsziel in Natura-2000-Gebieten.

Ein Leistungsverzeichnis für die Wiesenknopf-Silgenwiese erstellen

Naturvergabe übernimmt die richtigen Mahdtermine, Schnitthöhen und Pflegehinweise für die Wiesenknopf-Silgenwiese automatisch in Ihr Leistungsverzeichnis — inkl. der oben genannten Vorgaben. Sie zeichnen die Fläche im Karten-Tool, wählen den Wiesentyp aus dem Dropdown und das System generiert die LV-Positionen.

Häufige Fragen zur Wiesenknopf-Silgenwiese

Antworten auf die häufigsten fachlichen Fragen rund um Pflege, Schutz und Vergabe für Wiesenknopf-Silgenwiese.

  • Warum darf eine Wiesenknopf-Silgenwiese nicht von Mitte Juni bis Mitte September gemäht werden?
    In dieser Zeit legen die FFH-geschützten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ihre Eier in die Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfs. Eine Mahd in dieser Phase würde die gesamte Bläulingspopulation vernichten.
  • Was ist der Wiesenknopf-Ameisenbläuling?
    Eine streng geschützte Schmetterlingsart (FFH Anhang II/IV) mit komplexem Lebenszyklus: Eiablage am Großen Wiesenknopf, Raupenentwicklung in Knotenameisen-Bauten. Erhalt der Wiesen ist Voraussetzung für Erhalt der Art.
  • Welche Mahdtermine sind zulässig?
    Ein früher 1. Schnitt vor dem 15. Juni und ein späterer 2. Schnitt ab Mitte September. Die mehrwöchige Mahdpause dazwischen ist zwingend für den Schutz der Bläulinge.