Wiesenknopf-Silgenwiese
Frische bis feuchte, artenreiche Wiese mit Großem Wiesenknopf — Lebensraum bedrohter Bläulinge.
Standort & Verbreitung
- Boden
- wechselfeuchte, mineralreiche Auenböden
- Feuchte
- feucht bis wechselfeucht
- Verbreitung
- Stromtäler und Niederungen — Elbe, Donau, Rhein, Weser, Norddeutsches Tiefland
Charakteristische Pflanzenarten
Folgende Arten sind typisch für die Wiesenknopf-Silgenwiese und werden bei einer Vegetationsaufnahme häufig gefunden. Die Liste ist nicht abschließend, sondern zeigt die wichtigsten Charakterarten.
- Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
- Silge (Silaum silaus)
- Färber-Scharte (Serratula tinctoria)
- Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
- Brenndolde (Cnidium dubium)
Pflegeregime & LV-Bausteine
- Mahdtermin
- 1. Schnitt vor 15. Juni ODER nach 15. September (Wiesenknopf-Ameisenbläuling-Schutz)
- Frequenz
- 2× pro Jahr — mit großer Mahdpause Mitte Juni bis Mitte September
- Schnitthöhe
- 10-12 cm
- Mahdgut
- Heu, Mahdgut abfahren
- Beweidung
- Nicht als Hauptnutzung, Nachbeweidung möglich
- Besonderes zu beachten
- Mahd-Fenster zwingend einhalten — der Wiesenknopf-Ameisenbläuling (FFH-Anhang II + IV) ist auf den Großen Wiesenknopf als Wirtspflanze angewiesen
Naturschutzwert
Lebensraum bedrohter FFH-Schmetterlingsarten (Wiesenknopf-Ameisenbläuling Phengaris nausithous + teleius). Häufig Erhaltungsziel in Natura-2000-Gebieten.
Ein Leistungsverzeichnis für die Wiesenknopf-Silgenwiese erstellen
Naturvergabe übernimmt die richtigen Mahdtermine, Schnitthöhen und Pflegehinweise für die Wiesenknopf-Silgenwiese automatisch in Ihr Leistungsverzeichnis — inkl. der oben genannten Vorgaben. Sie zeichnen die Fläche im Karten-Tool, wählen den Wiesentyp aus dem Dropdown und das System generiert die LV-Positionen.
Häufige Fragen zur Wiesenknopf-Silgenwiese
Antworten auf die häufigsten fachlichen Fragen rund um Pflege, Schutz und Vergabe für Wiesenknopf-Silgenwiese.
Warum darf eine Wiesenknopf-Silgenwiese nicht von Mitte Juni bis Mitte September gemäht werden?
In dieser Zeit legen die FFH-geschützten Wiesenknopf-Ameisenbläulinge ihre Eier in die Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfs. Eine Mahd in dieser Phase würde die gesamte Bläulingspopulation vernichten.Was ist der Wiesenknopf-Ameisenbläuling?
Eine streng geschützte Schmetterlingsart (FFH Anhang II/IV) mit komplexem Lebenszyklus: Eiablage am Großen Wiesenknopf, Raupenentwicklung in Knotenameisen-Bauten. Erhalt der Wiesen ist Voraussetzung für Erhalt der Art.Welche Mahdtermine sind zulässig?
Ein früher 1. Schnitt vor dem 15. Juni und ein späterer 2. Schnitt ab Mitte September. Die mehrwöchige Mahdpause dazwischen ist zwingend für den Schutz der Bläulinge.