Berg-Mähwiese
Artenreiche Heuwiese des höheren Berglands und der Alpen (FFH-LRT 6520).
Standort & Verbreitung
- Boden
- frische bis mäßig feuchte, mittel nährstoffreiche Berglandböden
- Feuchte
- frisch
- Höhenlage
- 600-1.800 m ü. NN (Mittelgebirge und Alpen)
- Verbreitung
- Höheres Bergland: Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge, Alpen, Sauerland
Charakteristische Pflanzenarten
Folgende Arten sind typisch für die Berg-Mähwiese und werden bei einer Vegetationsaufnahme häufig gefunden. Die Liste ist nicht abschließend, sondern zeigt die wichtigsten Charakterarten.
- Goldhafer (Trisetum flavescens)
- Bärwurz (Meum athamanticum)
- Wiesen-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
- Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)
- Trollblume (Trollius europaeus)
- Berg-Ehrenpreis (Veronica montana)
Pflegeregime & LV-Bausteine
- Mahdtermin
- 1. Schnitt Ende Juni bis Mitte Juli (höhenbedingt später), 2. Schnitt ab September oder Verzicht
- Frequenz
- 1-2× pro Jahr
- Schnitthöhe
- 8-10 cm
- Mahdgut
- Bergheu (traditionell Trocknung auf Heinzen oder im Stadel)
- Beweidung
- Nachweide ab August möglich, traditionell mit Jungvieh oder Schafen
Naturschutzwert
FFH-Lebensraumtyp 6520 — nach Anhang I FFH-Richtlinie geschützt. Stark gefährdet durch Nutzungsaufgabe (Sukzession zu Wald) oder Intensivierung.
Ein Leistungsverzeichnis für die Berg-Mähwiese erstellen
Naturvergabe übernimmt die richtigen Mahdtermine, Schnitthöhen und Pflegehinweise für die Berg-Mähwiese automatisch in Ihr Leistungsverzeichnis — inkl. der oben genannten Vorgaben. Sie zeichnen die Fläche im Karten-Tool, wählen den Wiesentyp aus dem Dropdown und das System generiert die LV-Positionen.
Häufige Fragen zur Berg-Mähwiese
Antworten auf die häufigsten fachlichen Fragen rund um Pflege, Schutz und Vergabe für Berg-Mähwiese.
Was unterscheidet eine Berg-Mähwiese von einer Glatthaferwiese?
Berg-Mähwiesen liegen in höheren Lagen (über 600 m ü. NN) und werden vom Goldhafer dominiert statt vom Glatthafer. Sie haben eine andere Artenzusammensetzung mit alpinen/subalpinen Arten wie Trollblume und Bärwurz.Warum werden Berg-Mähwiesen so spät gemäht?
Höhenlage und kühleres Klima verzögern die Vegetationsentwicklung um 3-6 Wochen gegenüber dem Tiefland. Der erste Schnitt fällt daher in den Juli statt Mai/Juni.Kann man Berg-Mähwiesen statt mähen auch beweiden?
Reine Beweidung verändert die Artenzusammensetzung und ist als FFH-Pflege nicht zulässig. Nachbeweidung mit Jungvieh oder Schafen nach dem ersten Schnitt ist traditionell und mit dem Erhalt vereinbar.