Pfeifengraswiese
Wechselfeuchte bis feuchte, oft spät gemähte Wiese auf kalkreichen, torfigen oder tonig-schluffigen Böden (FFH-LRT 6410).
Standort & Verbreitung
- Boden
- wechselfeuchte, kalkreiche oder torfige Böden
- Feuchte
- wechselfeucht
- pH-Wert
- neutral bis basisch (Kalk-Pfeifengraswiese) oder sauer (saure Variante)
- Verbreitung
- Süddeutschland (Voralpenland, Schwäbische Alb), Norddeutschland (Heideregionen)
Charakteristische Pflanzenarten
Folgende Arten sind typisch für die Pfeifengraswiese und werden bei einer Vegetationsaufnahme häufig gefunden. Die Liste ist nicht abschließend, sondern zeigt die wichtigsten Charakterarten.
- Pfeifengras (Molinia caerulea)
- Schwertlilie / Sibirische Iris (Iris sibirica) — auf nassen Standorten
- Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe)
- Färber-Scharte (Serratula tinctoria)
- Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
- Heilziest (Stachys officinalis)
Pflegeregime & LV-Bausteine
- Mahdtermin
- 1 Schnitt jährlich ab 1. September (Streuwiesennutzung)
- Frequenz
- 1× pro Jahr
- Schnitthöhe
- 10-12 cm
- Mahdgut
- Streu (traditionell als Einstreu in Ställen) oder Häckselgut
- Beweidung
- Nicht empfohlen (Tritt auf nassen Standorten)
- Besonderes zu beachten
- Klassische Streuwiese — späte einmalige Mahd erhält die wechselfeuchten Verhältnisse und schützt die hochspezialisierten Arten
Naturschutzwert
FFH-Lebensraumtyp 6410 — nach Anhang I FFH-Richtlinie geschützt, in Deutschland stark gefährdet bis von vollständiger Vernichtung bedroht.
Ein Leistungsverzeichnis für die Pfeifengraswiese erstellen
Naturvergabe übernimmt die richtigen Mahdtermine, Schnitthöhen und Pflegehinweise für die Pfeifengraswiese automatisch in Ihr Leistungsverzeichnis — inkl. der oben genannten Vorgaben. Sie zeichnen die Fläche im Karten-Tool, wählen den Wiesentyp aus dem Dropdown und das System generiert die LV-Positionen.
Häufige Fragen zur Pfeifengraswiese
Antworten auf die häufigsten fachlichen Fragen rund um Pflege, Schutz und Vergabe für Pfeifengraswiese.
Warum wird eine Pfeifengraswiese nur einmal jährlich gemäht?
Die einmalige späte Mahd (ab September) ist die historische Streuwiesennutzung. Sie erhält die spezielle Phänologie der Pfeifengraswiese mit vielen spät blühenden Arten und ist Voraussetzung für den FFH-Erhaltungszustand.Was bedeutet wechselfeucht?
Wechselfeucht heißt: im Frühjahr nass (Hochwasser, Grundwasser-Einfluss), im Sommer trocken. Pfeifengraswiesen sind daran perfekt angepasst und beherbergen Arten, die auf diese Sondersituation spezialisiert sind.Was ist eine Streuwiese?
Eine traditionell einmal im Spätsommer/Herbst gemähte Wiese, deren Mahdgut als Einstreu für Stallhaltung diente. Diese Nutzung erhält besonders artenreiche und seltene Wiesentypen wie Pfeifengraswiese und Brenndolden-Auenwiese.