Pflegemaßnahme · Naturschutz

Mahdgut-Bergung & -Entsorgung

Zusammenrechen, Bergen, Verladen und Abtransportieren des bei der Mahd anfallenden Mahdguts. Ist Pflichtbestandteil der Naturschutzpflege auf nährstoffarmen Standorten — ohne Mahdgut-Abfuhr keine Aushagerung, keine Erhalt der Magerwiese.

Zweck

Nährstoffentzug aus der Wiese (Aushagerung), Förderung lichtbedürftiger Magerkeitszeiger, Verhinderung von Verfilzung. Stoffliche Verwertung (Heu, Silage, Häckselgut, Biogas, Kompost) sichert ökonomisch sinnvollen Stoffkreislauf.

Geeignete Lebensräume

  • Alle gemähten Wiesen mit Aushagerungs-Pflicht
  • FFH-Wiesen (zwingend)
  • Vertragsnaturschutz-Flächen (zwingend)
  • Magerrasen, Pfeifengras-, Borstgras-, Salbei-Glatthaferwiesen

Geräte & Technik

  • Bandrechen (klassisch)
  • Kreiselheuer und Kreiselzettwender (Trocknung)
  • Ladewagen oder Hochkippwagen
  • Ballenpresse (Quaderballen, Rundballen)
  • LKW oder Anhänger für Abtransport

Termine

Möglichst zeitnah nach Mahd (idealerweise innerhalb 2-3 Tagen), spätestens nach Trocknung (1-7 Tage je nach Witterung)

Häufigkeit

Bei jedem Mahd-Schnittgang (1-3× pro Jahr, je nach Pflegeregime)

Naturschutzwert

Pflichtbestandteil der Naturschutzpflege — ohne Mahdgut-Abfuhr ist die Mahd wirkungslos für die Aushagerung. Volumenfaktor: ca. 0,005 m³/m² gemähter Fläche je Schnitt.

Stolpersteine & was zu beachten ist

  • Mahdgut auf der Fläche liegen lassen führt zu Eutrophierung und Artenverlust — bei FFH-Pflege Pflichtverstoß mit Sanktionen
  • Lange Trocknungszeit bei nassem Wetter führt zu Heu-Verderb — bei sehr feuchtem Mahdgut auch direkte Häckselgut-Bergung möglich
  • Auf nassen Standorten (Sumpfdotterblumenwiese) bodenschonende Bergung essenziell — schwere Maschinen verursachen Trittschäden
  • Volumenfaktor bei der LV-Kalkulation oft unterschätzt — Faustzahl 0,005 m³/m² (frisch gemäht) bzw. 0,003 m³/m² (Heu)
  • Bei Neophyten-belastetem Mahdgut: Sondertransport zur thermischen Entsorgung

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Naturvergabe wählt Mahdgut-Entsorgung pro Polygon im Karten-Tool aus, übernimmt automatisch Frequenz und Termin und erzeugt die passenden LV-Positionen mit Mengengerüst, Einheitspreis und Ausführungstext aus der Wissensbasis.

Häufige Fragen zu Mahdgut-Entsorgung

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Termin, Geräte, Häufigkeit und Stolpersteine bei Mahdgut-Entsorgung.

  • Wieviel Mahdgut fällt pro Hektar an?
    Faustzahl: 0,05 m³ pro m² je Schnitt (frisch gemäht), entspricht 50 m³/ha. Bei 2 Schnitten pro Jahr 100 m³/ha. Im getrockneten Heu-Zustand reduziert sich das Volumen auf etwa 0,03 m³/m² (60 % der Frischmenge), Gewichtsanteil ca. 30 dt/ha (Heu).
  • Was kostet die Mahdgut-Entsorgung?
    Sehr stark abhängig von Verwertungsweg und Transportentfernung. Faustzahlen: Häckselgut zur Biogas-Anlage 30-50 €/m³ (bei kurzer Strecke), Heu zur Verfütterung 15-30 €/m³ (oft kostenlos bei Selbstabholung), Spezialentsorgung Neophyten-Material 80-150 €/m³.
  • Was kann man mit dem Mahdgut machen?
    Verwertungswege: Heu (Verfütterung Pferd/Rinder), Silage, Häckselgut für Biogas-Anlage, Strohersatz im Stall, Kompost (ohne Neophyten!), Mulchmaterial für Gartenbau, energetische Verwertung in Heizkraftwerken. Wichtig: Nicht auf der Fläche liegen lassen.