Pflegemaßnahme · Naturschutz

Auf-den-Stock-Setzen (Niederwaldwirtschaft)

Vollständiger Rückschnitt von Sträuchern und Bäumen auf wenige Zentimeter über dem Wurzelstock zur Verjüngung. Traditionelle Form der Niederwaldwirtschaft, die Lichtstrukturen schafft und alte Wurzelstöcke zu erneutem Austrieb anregt.

Zweck

Verjüngung überalterter Hecken und Gehölzbestände, Wiederherstellung lichter Strukturen, Förderung von Wärme liebenden Arten, traditionelle Brennholz-Gewinnung in Niederwaldnutzung.

Geeignete Lebensräume

  • Hecken und Knicks (alle 10-15 Jahre rotierend)
  • Gebüsche und Strauchhecken
  • Niederwaldwirtschaftliche Bestände (z. B. Eichen-Niederwald)
  • Verbuschte Halbtrockenrasen (Entbuschungsmaßnahme)

Geräte & Technik

  • Motorsäge (Stämme über 5 cm)
  • Astschere (kleinere Triebe)
  • Astgreifer / Forstkran (Räumung des Schnittguts)
  • Mulcher / Häcksler (Zerkleinerung)

Termine

Außerhalb der Brutzeit (1. Oktober bis 28./29. Februar), idealerweise im Spätwinter (Januar/Februar) bei frostfreiem Boden

Häufigkeit

Alle 10-20 Jahre rotierend — pro Maßnahme MAX 1/3 der Hecken-Länge auf einmal, sonst Lebensraumverlust für betroffene Arten

Naturschutzwert

Sehr hoch wenn rotierend und schonend ausgeführt — verjüngt überalterte Hecken, schafft mehrschichtige Strukturen für Brutvögel und Insekten. Komplettes Setzen einer ganzen Hecke auf einmal hingegen extrem schädlich.

Stolpersteine & was zu beachten ist

  • NIE eine ganze Hecke auf einmal auf den Stock setzen — immer rotierend in Abschnitten
  • In der Brutzeit (1.3. - 30.9.) verboten
  • Auf gesetzlich geschützten Knicks in SH/NI besondere Vorgaben (oft nur alle 10 Jahre)
  • Ohne sicheres Wieder-Austriebs-Vermögen (alte Pappeln, Edelreiser) kann Pflanze absterben
  • Schnittgut räumen oder als Totholz-Haufen am Rand belassen — nicht in der Hecke verteilen

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Häufige Fragen zu Auf-den-Stock-Setzen

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Termin, Geräte, Häufigkeit und Stolpersteine bei Auf-den-Stock-Setzen.

  • Welche Gehölzarten vertragen Auf-den-Stock-Setzen?
    Hervorragend: Hasel, Hainbuche, Esche, Berg-Ahorn, Ulme, Linde, Erle, Weide, Eiche. Schlecht: Edel-Birne, Edel-Apfel, alte Pappel, Nadelhölzer (außer Eibe). Bei Streuobstwiesen NIE auf den Stock setzen — Hochstamm-Bäume zerstören.
  • Was passiert mit den Wurzelstöcken nach dem Auf-den-Stock-Setzen?
    Bei vitalen Wurzelstöcken treiben innerhalb von 4-6 Wochen neue Triebe aus — anfangs viele dünne, im 2.-3. Jahr selektiert sich die Pflanze auf 3-7 stärkere Triebe. Nach 5-8 Jahren ist wieder eine geschlossene Hecke vorhanden.
  • Wie groß darf der Hecken-Abschnitt pro Maßnahme sein?
    Maximal 1/3 der Gesamthecke pro Jahr (besser 1/4 oder 1/5). Bei langen Hecken (über 100 m) Abschnitte von 20-30 m wählen, mit Pausen-Abschnitten dazwischen. So bleibt der Lebensraum für Brutvögel und Insekten kontinuierlich erhalten.